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Dokumentarfotografie „Der Weg des Wassers“

Wo kommt unser Wasser her, wo fließt es hin und welche Stationen durchläuft es?
Von der Wassergewinnung über Wasserverbrauch und Kanalisation bis hin zum Klärwerk
Stadtwerke München, Münchner Stadtentwässerung

Wassergewinnung, München
Wasserkammer, Hochbehälter Kreuzpullach

Das Münchner Trinkwasser kommt aus drei, im Alpenvorland liegenden, Wassergewinnungsgebieten, welche
über ergiebige Wasservorkommen verfügen. Der Wasser-Grundbedarf (ca. 80 %) wird durch Entnahmen im
Mangfalltal gedeckt, eine begrenzte Ergänzungslast durch Entnahme im Loisachtal. Zur Deckung der Spitzen-
last dient das Gewinnungsgebiet Münchner Schotterebene. Die Wasserentnahme findet in einer Grundwasser-
fassung, zwei Hangquellfassungen und acht Förderwerken statt. Die ältesten Wassergewinnungsanlagen wurden
bereits vor ca. 130 Jahren in Betrieb genommen. Sechs Zubringerwasserleitungen transportieren pro Tag ca. 300
Millionen Liter quellfrisches, unbehandeltes Trinkwasser in die drei Hochbehälter Deisenhofen, Kreuzpullach
und Forstenrieder Park. Durch die erhöhte Lage der Gewinnungsgebiete gelangt das Wasser durch Freispiegel-
leitungen im freien Gefälle und ohne Transportenergiebedarf in die Hochbehälter. Nach und nach geht man
jedoch in der Wasserversorgung dazu über, die alten Freispiegelleitungen durch Druckleitungen zu ersetzen.
Dies erhöht die Versorgungssicherheit und ist leichter steuerbar. Die Hochbehälter sind im höher gelegenen
Süden von München platziert und dienen der Wasserspeicherung. Gemeinsam verfügen sie über ein Speicher-
volumen von 306.000 Kubikmetern. Von dort gelangt das Trinkwasser ins Verteilungsnetz der Stadt und
schließlich in die Haushalte.

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Wasserverbrauch

Müller ʹsches Volksbad, München

Große Schwimmhalle

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Kanalisation

Kanal Liebigstraße

Vor etwa 150 Jahren begann in München die systematische Kanalisierung durch Max von Pettenkofer.
Inzwischen ist das Kanalnetz mit 2330 km so groß wie das Münchner Straßennetz. Über die Hälfte dieser
Kanäle ist begehbar und zwischen 1,10 m und 5,65 m hoch. Im Durchschnitt liegen die Kanäle vier bis fünf
Meter unter der Straße und können über insgesamt 35.000 Einsteigschächte erreicht werden. Kanäle, die
wegen zu starker Wasserführung nicht begangen werden können, müssen zur Wartung mit einem Boot
befahren werden.
Da das Münchner Kanalnetz grundsätzlich als Mischsystem angelegt ist, kommt neben dem Abwasser der
Haushalte auch das Niederschlagswasser über die Kanaldeckel in die Kanalisation. Um Überschwemmungen
bei großen Regenmengen vorzubeugen, wurden dreizehn unterirdische Rückhaltebecken und Stauraumkanäle
gebaut, die große Mengen Mischwasser – ca. 700.000 Kubikmeter – aufnehmen und zurückhalten
können. Das aufgestaute Wasser wird dann nach und nach den beiden Klärwerken zugeleitet, um
diese nicht zu überlasten und gleichzeitig die Isar vor zuviel Abwasser aus der Kanalisation zu verschonen.
Für den Notfall befinden sich überall an der Isar sogenannte Notauslasskanäle, die im Falle einer kompletten
Überlastung der Rückhaltebecken das Abwasser in die Isar leiten.
110 Mitarbeiter im Kanalbetrieb der Stadtentwässerung München sorgen für einen reibungslosen Ablauf
in den Kanälen. Inzwischen hat die moderne Hochdruckspülreinigung, die vorallem in allen kleinen Kanälen
eingesetzt wird, ihren Arbeitsalltag erleichtert, da sie seltener selbst in die Kanäle steigen müssen,
sondern mit Spülfahrzeugen an die entsprechenden Stellen fahren und die Arbeit von oben erledigen
können. Trotz der Tatsache, dass sommers wie winters in den Kanälen eine konstante Temperatur von
etwa 13 °C herrscht, müssen die Spülfahrzeuge wegen Frostgefahr besonders im Winter durch sogenannte
Spülhunte ersetzt werden. Zusätzlich ist den Kanalarbeitern ein Kamerawagen behilflich, der mit einer
fahrbaren Fernsehkamera ausgesattet ist. Er liefert Aufnahmen aus dem Kanal, um Schäden besser lokalisieren
zu können.

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Kanalisation

Kanalarbeiter

Kanal Sternstraße

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Kanalisation

Kanal Paradiesstraße

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Kanalisation

Regenrückhaltebecken, Leinthaler Brücke

Die Münchner Stadtentwässerung betreibt 13 Regenrückhaltebecken mit
einem Speichervolumen von 703.000 Kubikmetern. Sie dienen in erster Linie
dem Schutz der Gewässer.Um das Kanalsystem zu entlasten, leitete man früher
bei starken Regenfällen die an fallenden Wassermassen über Regenüberläufe
direkt in die Isar. Heute wird das Wasser in Regenrückhaltebecken zwischen-
gespeichert, anschließend kontrolliert in das Kanalnetzwieder eingespeist und
in den Klärwerken gereinigt.

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Schlammwärmetauscher

Klärwerk Gut Marienhof

1926 ging das erste Münchner Klärwerk, Gut Großlappen in Betrieb. Seit 1989 teilt es sich
die Aufgabe der Abwasserentsorgung mit dem Klärwerk Gut Marienhof. Rund 180
Millionen Kubikmeter Abwasser von 1,5 Millionen Einwohnern sowie den Gewerbe-
und Indutrieanlagen der Stadt und 22 Umlandgemeinden müssen die beiden Klärwerke
pro Jahrbewältigen, wobei allein 100 Millionen Kubikmeter dem Klärwerk Gut
Großlappen zugeleitet werden.

Mechanische Reinigung:
Durch Hauptsammelkanäle fließt das Abwasser ins Klärwerk. Dort wird es zunächst
durch Rechen von groben Stoffen befreit. Das »Rechengut« wird entsorgt. Sand, der den
Betrieb des Klärwerks stören könnte, setzt sich in den Sandfängen ab. Auch Fette sowie
Öle, so genannte Leichtstoffe werden zurückgehalten. Das Wasser erreicht dann
Vorklärbecken, in denen sich der größte Teil der noch mitgeführten festen Stoffe am
Boden absetzt. Damit ist der mechanische Teil der Reinigung beendet.

Biologische Reinigung:
Zwei Stufen bilden den wichtigsten Teil der Reinigung. Hier wird die Selbstreinigung
von Flüssen und Seen in kürzester Zeit und auf engstem Raum nachempfunden. In den
Belebungsbecken werden in hoher Konzentration Bakterien und andere niedere
Lebewesen gezüchtet. Sie ernähren sich bei hoher Luftzufuhr von den Schmutzstoffen.
Die Mikroorganismen bilden dabei Schlammflocken, die sich, da schwerer als Wasser,
in den Zwischenklärbecken absetzen. Schlammbeseitigung. Endprodukte der Abwasser-
reinigung sind sauberes Wasser und Klärschlamm. Nur 2,5 Prozent dieses Schlammes
sind Feststoffe, der Rest ist Wasser. Um das Volumen der nachfolgenden Behandlungs-
anlagen zu reduzieren, wird der Klärschlamm durch Absetzen eingedickt.
Das überschüssige Wasser wird der Abwasserreinigung zugeführt.

Nächste Station ist dann der Faulbehälter, wo der Schlamm unter Luftabschluss ausfault.
Dabei produzieren die Bakterien im Verlauf der biochemischen Prozesse hochwertiges
Biogas, mit dem 70–80 Prozent des Energiebedarfs des Klärwerks gedeckt wird.
Der ausgefaulte Klärschlamm wird dann in die Nacheindicker geleitet. Dort wird die
Entwässerung fortgesetzt. Letzte Station für den Schlamm ist der Speicherbehälter,
der als Mengenpuffer dient, bevor er zur Verbrennung geleitet wird.

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Nachklärbecken

Klärwerk Gut Großlappen